Studie
Das körpereigene Hormon EPO wirkt sich nach ersten Ergebnissen positiv auf Wundheilungsprozesse aus. In nebenwirkungsfreien niedrigen Dosen regt EPO die Bildung und Ausschwemmung von Stammzellen aus dem Knochenmark zur Regeneration von Verletzungen und Organschäden an, so die wissenschaftliche Hypothese. Dies konnte in verschiedenen Tierstudien bestätigt werden. Die klinische Studie wird Aufschluss darüber geben, ob sich diese Effekte bei chronischen Läsionen im Rahmen des diabetischen Fußsyndroms bestätigen lassen. Bei EPO handelt es sich um ein bei anderen Indikationen vielfach erprobtes Medikament, das für die klinische Studie in sehr geringer Dosierung verwendet wird.
Im Fokus der Studie stehen Patienten mit Diabetes mit diabetischem Fußsyndrom. Insgesamt werden die Effekte von EPO bei 90 Patienten 12 Wochen lang untersucht.
In Deutschland leiden ca. 200.000 Diabetes-Patienten unter dem diabetischen Fußsyndrom. Allein die Kosten für die Behandlung betragen nach Schätzungen der gesetzlichen Krankenkassen etwa 400 Millionen Euro im Jahr. Die derzeitige Behandlung des diabetischen Fußsyndroms dauert im Durchschnitt über 40 Tage. Als Komplikation des Diabetes Typ II ist die Entstehung eines diabetischen Fußes relativ häufig; etwa 10 bis 30% der Patienten sind davon betroffen, bei den über 60jährigen sogar die Hälfte. Die periphere Neuropathie gilt als eine wesentliche Komponente bei der Entstehung des diabetischen Fußes, weil durch die hierbei verminderte oder aufgehobene Sensibilität beispielsweise ein drückender Schuh nicht wahrgenommen wird. Eine Vielzahl der Patienten befindet sich in Dauerbehandlung und ist in ihrem Arbeitsalltag stark beeinträchtigt.
Wie entwickelt sich ein diabetischer Fuß?
Bild 1: Gestörte Durchblutung
Bild 2: Wunde in Abheilung
Bild 3: Komplette Abheilung nach
konsequenter Wundbehandlung
Verschiedene Formen des diabetische Fußes. Das diabetische Fußsyndrom hat viele Gesichter und stellt immer eine ernsthafte Spätkomplikation des Diabetes mellitus dar. Etwa 10-30 % der Diabetiker bekommen es im Laufe ihres Lebens mit dem diabetischen Fußsyndrom zu tun.
Bild 1: Malum perforans – bei Nervenstörung
Bild 2: Trockene Gangrän – bei Durchblutungsstörung
Bild 3: Ulcus – bei Charcotfuß

